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Multimodale, interdisziplinäre Diagnostik
Vor der Therapie steht die Diagnose. Dieser einfache und alte medizinische Grundsatz ist bei chronischen Schmerzerkrankungen oft schwer in der Praxis umzusetzen. Viele Patienten haben eine Vielzahl von unterschiedlichsten diagnostischen (und therapeutischen) Verfahren durchlebt. Im Ergebnis stehen sich oft widersprechende Einschätzungen und Therapievorschläge gegenüber. Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen, haben meist nicht nur eine genau zu definierende Ursache. Oft ist es die Kombination von verschiedensten Einflussfaktoren, die einen akuten Schmerz zu einem chronischen Schmerz werden lassen. In den letzten Jahren konnten wissenschaftliche Untersuchungen verschiedene Einflussfaktoren, die zur Chronifizierung von Schmerzen führen, ermittelt werden:
Körperliche Faktoren - Degenerative Veränderungen
- Bandscheibenschäden
- Arthrosen
- etc.
Funktionelle Störungen - Muskelstörungen z.B. Triggerpunkte
- Gelenkstörungen z.B. Blockierungen
- Störungen der Bewegungskoordination
- Störungen der Wirbelsäulen- und/oder Gelenkstabilisation
- Störungen des vegetativen Nervensystems
- etc.
Psychosoziale Einflussfaktoren - Angst und Depressionen
- Ungünstige Schmerzverarbeitungsmethoden
- Mobbing
- etc.
Neurophysiologische Veränderungen - z.B. Bildung eines Schmerzgedächtnisses
Teamsitzung und Kommunikation mit Patienten
Um für jeden Patienten ein auf die verschiedenen Einflussfaktoren abgestimmtes und somit individuelles Behandlungskonzept erarbeiten zu können, führen wir vor jeder Behandlung eine multimodale, interdisziplinäre Diagnostik durch. Alle an der Behandlung beteiligten Therapeuten, also Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten und auch Mitarbeiter aus dem Pflegebereich erheben berufsspezifische Befunde. Es erfolgt eine standardisierte Fragebogendiagnostik mit Hilfe des Deutschen Schmerzfragebogens. Apparative Verfahren, z.B. Röntgen, Osteoporosediagnostik, apparative Funktionsdiagnostik oder diagnostischer Ultraschall unterstützen das Team und können klinische Hinweise erhärten. Die erhobenen Befunde werden in einer Teamsitzung ausgewertet und in ein Behandlungskonzept umgesetzt.
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