Klinik für manuelle Therapie Hamm
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Klinik für Manuelle Therapie
Ostenallee 83
D-59071 Hamm
Tel. +49 (0)2381 986-0
E-Mail: info@kmt-hamm.de

Entwicklung der Klinik
Durch die teilweise überraschenden Erfolge der Manuellen Therapie bei der Behandlung orthopädischer Krankheitsbilder war der Zulauf an Patienten auf die Klinik immer sehr groß.
Bald zeigte sich aber, dass mit manualtherapeutischen und schmerz-therapeutischen Injektionsverfahren allein viele Krankheitsbilder nicht ausreichend behandelt werden konnten. Es wurde deutlich, dass bei vielen Patienten, vor allen Dingen bei Patienten mit therapieresistenten und chronischen Beschwerdebildern, die Ursachen der Beschwerden nicht allein im Bewegungssystem zu suchen waren, sondern auch reflektorische Störungen aus anderen Fachbereichen, wie z.B. aus Bereichen der Inneren Medizin, der Gynäkologie, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, ursächlich beteiligt waren.
Volkskrankheit „Rückenschmerz“
Auch psychosomatische Zusammenhänge wurden als eine Hauptursache für die Volkskrankheit „Rückenschmerz“ erkannt, da emotionale Konflikte und seelische Verletzungen immer Einfluss auf muskuläre Spannung, Körperhaltung und damit die biomechanische Belastung des Bewegungssystems haben und darüber hinaus die Schmerzempfindung eines jeden Menschen mitbestimmen und modellieren.
In der Klinik für Manuelle Therapie wurde der Begriff „Psychoorthopädie“ geprägt, mit dem eine gleichwertige und gleichzeitige körperliche aber auch psychologische Betrachtung und Behandlung dieser Krankheitsbilder gemeint ist.
Hier kam es zu einer Abgrenzung von psychosomatischen Kliniken. In diesen wurden zwar gleiche Krankheitsbilder behandelt, nach unserer Ansicht aber schwerpunktmäßig zu einseitig psychotherapeutisch. Körperliche Behandlungen wurden oft aber als krankheitsfixierend abgelehnt, ein Gedanke, den wir für eine Fehlentwicklung hielten.
Im Laufe der Jahrzehnte stellte sich heraus, dass komplizierte und chronische Schmerzbilder nur durch eine interdisziplinäre diagnostische und therapeutische Angehensweise erfolgreich behandelt werden können. Dabei ist es uns wichtig, dass Interdisziplinarität nicht das Nebeneinander verschiedener Disziplinen bedeutet, sondern dass Vertreter der verschiedenen Fachrichtungen eine gemeinsame Plattform des Wissens erarbeiten müssen und darüber hinaus ihr spezielles Fachwissen in das Team einbringen. Ohne diese gemeinsame Plattform entsteht kein Miteinander, sondern ein Nebeneinander der Therapie.
So verfügt die Klinik für Manuelle Therapie heute über Fachärzte aus bis zu acht verschiedenen Fachrichtungen, die alle ausgebildete Manualtherapeuten sind, die Qualifikation „spezielle Schmerztherapie“ besitzen und häufig noch Zusatzausbildungen wie Osteopathie, Sportmedizin, physikalische Medizin und Psychotherapie haben.
Ergänzt wird dieses Team durch psychologische Psychotherapeuten, die über verschiedene Zusatzbezeichnungen und psychologische Schmerztherapie verfügen, integrative Tanz- und Bewegungspsychotherapeuten, eine physiotherapeutische und physikalische Abteilung mit umfangreich ausgebildeten Mitarbeitern.
Zusammenfassend muss man feststellen, dass ein immenses Fachwissen aus vielen medizinischen Disziplinen in die Diagnostik und Therapie unserer Patienten einfließt.
So entwickelte sich zwangsläufig aufgrund von mehr als 40-jähriger Erfahrung ein therapeutisches Konzept in der Klinik für Manuelle Therapie, das sich von den üblichen schmerztherapeutischen Vorgehensweisen in schmerztherapeutischen Zentren und Praxen unterscheidet.
Grundlagen der Schmerztherapie
Um die Unterschiede deutlich zu machen, muss man zunächst einige Worte zu Grundlagen verstehen, wie sie z.B. in einem Standardwerk der Schmerztherapie „Grundlagen der Schmerztherapie, Curriculum spezielle Schmerztherapie des SCHMERZ-therapeutischen Kolloquiums e.V.“ nach dem Kursbuch der Bundesärztekammer ausgedrückt werden.
Es gibt zunächst drei Begriffe zu klären, die wir in der Klinik für Manuelle Therapie mit anderen Inhalten füllen und folglich mit anderen diagnostischen und therapeutischen Ansätzen angeben: Die Begriffe sind der akute Schmerz, der chronische Schmerz und die Schmerzkrankheit.
Zunächst möchte ich die Sichtweise der modernen Schmerztherapie darlegen.
Der akute Schmerz wird als Frühwarnsystem des Körpers definiert, das häufig ein Signal für Gewebsschädigung ist und dem Körper Signale für schmerzvermeidendes und heilungsförderndes Verhalten gibt. Der akute Schmerz steht im engen Zusammenhang mit einem körperlichen Defekt, hat häufig eine monocausale Ursache und heilt meist kurzfristig von selbst oder unter Therapie aus. Meist ist monocausale und monomane Therapie ausreichend.
Chronischer Schmerz besteht definitionsgemäß, wenn der Schmerz mehr als 6 Monate besteht. Laut ERNST verliert der chronische Schmerz meist seine Warnfunktion und emotionale und seelische Faktoren bestimmen das Schmerzgeschehen.
„Chronischer Schmerz hat nach ERNST keinen biologischen Sinn mehr, er ist zu einem sinnlosen Dauerschmerz geworden, der kurz- oder mittelfristig zu weiteren physiologischen und psychischen Reaktionen und Anpassungsreaktionen führt und so in der chronischen Schmerzkrankheit mündet. Der Schmerz hat sich verselbstständigt und seine Warnfunktion verloren, so die Definition der speziellen Schmerztherapie.
Die Identifizierung somatischer Auslösefaktoren ist für die Diagnose „Chronisches Schmerzsyndrom“ nicht mehr nötig, weitere Diagnostik sogar schädlich, da sie den Patienten in der Annahme, ein körperliches Gebrechen zu haben, fixiert.“
Soweit grundsätzliche Aussagen aus den Standardwerken der Schmerztherapie.
Multicausale Syndrome
Aufgrund unserer Erfahrungen mit Schmerzpatienten und medizinischen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines vielköpfigen integrativen Therapeutenteams mit Ärzten aus vielen Fachrichtungen, Psychologen, Physiotherapeuten, halten wir heute diese Sichtweise für grob vereinfachend, der Sichtweise des fast ausschließlich schwerpunktmäßig pharmakologisch schmerzbekämpfend arbeitenden Schmerztherapeuten angepasst, der selbst keine Möglichkeit hat, die Vielfalt der Beschwerdebilder multimodal diagnostisch und therapeutisch anzugehen.
Wir unterscheiden uns bereits bei der Einschätzung der Genese des akuten Schmerzes deutlich von der Sichtweise der speziellen Schmerztherapie.
Auch akute Schmerzsyndrome halten wir in der überwiegenden Zahl für multicausale Syndrome.
Posttraumatische Bilder können die Ausnahme bilden, aber die Mehrzahl der akuten Schmerzbilder haben multicausale Entstehungsgründe, die oft lange Zeit klinisch stumm bleiben, bis die Summe der Störungen die Kompensationsfähigkeit des Körpers übertrifft.
Degenerative Veränderungen und funktionelle Störungen im Bereich der Gelenke, Muskeln, Fascien, Bänder, Störungen im Bereich der neurovaskulären Versorgung, vegetative Fehlsteuerung als Ausdruck visceroreflektorischer Störungen und psychoorthopädische muskuläre Dystonien und Fehlhaltungen summieren sich meist zu einem multicausalen Beschwerdebild.
Die monocausale Sichtweise kann diese Krankheitsbilder nicht in ihrer Gänze erfassen, monocausale Therapieansätze oder nicht aufeinander abgestimmte pluricausale Therapien müssen scheitern und führen zwangsläufig zur Chronifizierung bzw. zum chronischen Schmerzsyndrom.
Aus diesem Grunde fordert unsere Sichtweise in der Klinik für Manuelle Therapie bereits bei akuten Schmerzbildern eine umfangreichere Diagnostik. Röntgenanalyse (bei Bedarf einschließlich Röntgenfunktion), manualtherapeutische und osteopathische Untersuchung des ganzen Körpers, psychologische Diagnostik und die Suche nach reflektorischen Störungen aus dem Bereich der Inneren Medizin, Gynäkologie und dem HNO-ärztlichen Fachbereich sind zwingend erforderlich.
Nur so lassen sich die meisten Beschwerdebilder wirklich erklären und auch causal behandeln. Nur so kann letztlich auch eine weitere Chronifizierung im frühen Stadium verhindert werden.
Der gleiche Denkansatz gilt auch für chronische Schmerzbilder.
Wir widersprechen ganz eindeutig der Meinung, dass bei chronischen Schmerzbildern eine weitere Diagnostik nicht notwendig sei.
Wir behaupten, dass gerade diese Denkweise die Entstehung der chronischen Schmerzkrankheit zur logischen und für den Patienten tragischen Folge macht.
Aus welchem Grunde soll bei Patienten, die schon aufgrund mangelhafter Diagnostik und Therapie im Akutstadium keine Hilfe bekommen und bei denen sich die Krankheit chronifiziert, im chronischen Stadium die längst überfällige Diagnostik und Therapie ausgeschlagen werden?
Beim Schmerz die Warnfunktion erhalten
Diese Entwicklung ist nur durch eingeschränkte diagnostische und therapeutische Möglichkeiten und ambulantes Setting erklärbar. Hier stehen dann oft pharmakologische Therapien mit Analgetica und Psychopharmaka als Ausdruck eines Mangels anderer Möglichkeiten im Vordergrund. Sieht man sich die Vorgeschichte unserer Patienten kritisch an, findet man diese Befürchtung bestätigt.
Nicht funktionelle physiotherapeutische, reflextherapeutische, psychotherapeutische Maßnahmen stehen bei diesen Patienten im Vordergrund mit dem Ziel, Kausalitäten zu entdecken und zu behandeln, sondern zu oft rein schmerztherapeutische, pharmakologische Therapien. Diese helfen dem Patienten nicht wirklich. Sie erhalten seinen Aktionsradius und seine Arbeitsfähigkeit für eine gewisse Zeit, weil die Schmerzen gedämpft werden, führen dann aber früher oder später zur chronischen Erkrankung.
Erhaltung der Leistungsfähigkeit wird das Therapieziel und nicht Wiederherstellung von Lebensqualitäten, eine für unsere Begriffe medizinisch-ethisch fragwürdige Zielsetzung, wenn man überzogene Leistungsansprüche in psychotherapeutischen Sitzungen immer wieder auch als Ursache vieler Erkrankungen gesehen hat.
Wir sind auch nicht der Meinung, dass bei chronischen Schmerzpatienten der Schmerz seine Warnfunktion verloren hat und zu einem sinnlosen Schmerz geworden ist. Das trifft in den meisten Fällen nicht zu.
Wir glauben hingegen, dass durch unverantwortliche, ausschließlich medikamentöse Schmerztherapie zwar der Schmerz genommen wird, aber damit auch die Stimme des Körpers verstummt, die zur Schonung mahnt und Heilung fördern und weitere Schädigung vermeiden kann oder die Stimme, die den Arzt zu umfassenderer Diagnostik mahnen kann.
Somit ist nach unserer Meinung der unkritische und überproportionale Einsatz der medikamentösen Schmerztherapie in der heutigen Zeit Ausdruck einer Medizin, die
- für Zeitmangel steht.
(Mangel an Zeit bei Ärzten und Therapeuten, um sich mit der Krankheit des Patienten auseinanderzusetzen und das interdisziplinäre Gespräch zu suchen, Mangel an Zeit bei Patienten, um dem Körper Zeit zur Heilung zu geben), - für Einseitigkeit einer ärztlichen Denkweise steht, die sich hauptsächlich und fast ausschließlich mit der Betäubung von Schmerz und nicht mit der Beseitigung der Ursachen beschäftigt und
- für einen unverhältnismäßig großen Aufwand der Forschung, die gestützt von der pharmakologischen Industrie gerade den medikamentösen Teil der Schmerztherapie im Vergleich zu anderen Methoden in den Vordergrund schiebt.
Dabei soll auf keinen Fall die Bedeutung der medikamentösen Schmerzdämpfung in Hinsicht auf Entstehung einer Schmerzkrankheit geleugnet werden. Uns stört vor allen Dingen die Ausschließlichkeit dieses therapeutischen Ansatzes, denn pharmakologische Therapien, als alleinige Behandlung des Schmerzsyndroms, können ein interdisziplinär multimodales therapeutisches Konzept nicht ersetzen und sind damit an der Entstehung einer chronischen Schmerzkrankheit wesentlich beteiligt.
Ganzheitliches therapeutisches Konzept
Nach unserer Erfahrung ist der Anteil der Patienten mit chronischer Schmerzkrankheit relativ gering und muss viel deutlicher als in den schmerztherapeutischen Lehrbüchern üblich, von den chronischen Schmerzbildern abgegrenzt werden.
Aufgrund eingeengter diagnostischer Sichtweise der Schmerz-therapeuten und der fehlenden Möglichkeit eines eng zusammen-arbeitenden multidisziplinären Therapeutenteams, werden chronische Schmerzpatienten in Ermangelung schlüssiger Erklärungen für
ihre Erkrankung zu schnell der Gruppe der Patienten mit chronischer Schmerzkrankheit zugeordnet und ab dann nicht mehr wirklich diagnostiziert und therapiert, sondern nur noch medikamentös eingestellt und somit zu Dauerpatienten und Dauerkonsumenten von Schmerzmitteln.
Neben dem bedauerlichen persönlichen Schicksal des Patienten, das es zu verhindern gilt, sollte vor allen Dingen auch der volkswirtschaftliche Teil dieses Vorgangs, nämlich immense Medikamentenkosten, in vielen Fällen für den Rest des Lebens, sowie mittelfristige Dauerarbeits-unfähigkeit und Frühberentung zu anderen Strategien aufrufen.
Unser schmerztherapeutisches Ziel
Das schmerztherapeutische Ziel der Klinik für Manuelle Therapie ist es, durch umfangreiche Diagnostik und einem multimodalen ganzheits- orientierten Ansatz bereits im akuten Stadium zu helfen und so die Chronifizierung zu vermeiden bzw. im chronischen Stadium die Entwicklung der Schmerzkrankheit zu unterbinden.
Dies geschieht durch umfassende Diagnostik mit einem erfahrenen Therapeutenteam. Das Krankheitsbild wird im interdisziplinären Team nach Eingang aller Befunde diskutiert, ein individuelles multimodales Therapiekonzept erstellt, durchgeführt und im Verlauf immer wieder überwacht und korrigiert.
Manuelle Therapie, Osteopathie, Schmerztherapie, Psychotherapie sowie Fachkompetenz aus den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie, Gynäkologie und Anaesthesiologie und fundamentales Wissen in der Akupunktur sowie jahrzehntelange Erfahrungen auf hohem Niveau in den Bereichen Physiotherapie und physikalischer Medizin garantieren ein nahezu ganzheitliches therapeutisches Konzept, das individuell auf den Patienten abgestimmt eingesetzt wird.
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